Orgelmuseum im Malchow
Orgelmuseum im Malchow
Erweiterung des Mecklenburgischen Orgelmuseums Malchow
In der ehemaligen Klosterkirche in Malchow werden Orgeln gezeigt, im benachbarten
Pfarrhaus soll ab Ende Februar über Geschichte des Orgelbaus informiert
werden.
Malchow (epd/kiz). Das Orgelmuseum in Malchow will Ende Februar eine neue Dauerausstellung
zur Geschichte des Orgelbaus in Mecklenburg eröffnen. Im ehemaligen Pfarrhaus
soll in sechs Räumen auf 125 Quadratmetern Fläche auch über die
Tradition der Organisten in Mecklenburg und die allgemeine Entwicklung von Orgelbau
und Orgelmusik informiert werden, sagte Museumsleiter Friedrich Drese in Malchow.
Gezeigt werden sollen etwa 25 Schautafeln mit Texten, Fotos und Zeichnungen
sowie Schaustücke wie ein Orgelgehäuse aus dem 17. Jahrhundert aus
Weitendorf bei Wismar, ein Choralbuch aus dem 19. Jahrhundert sowie verschiedene
Orgelpfeifen. Geplant ist zudem eine Hörstation mit Klangbeispielen von
15 Orgeln. Im Orgelmuseum in der benachbarten ehemaligen Klosterkirche sollen
dann vor allem nur noch Instrumente gezeigt werden, so der Museumsleiter.
Die ältesten Zeugnisse für Orgeln stammten aus Griechenland und seien
über 2 000 Jahre alt, so Drese. Dabei handele es sich jedoch nicht um Kultinstrumente,
sondern Orgeln, die etwa an Fürstenhöfen gespielt wurden. Die erste
Erwähnung einer Orgel in einer Kirche erfolgte um 800 und bezog sich auf
den Aachener Dom. In Mecklenburg sei 1293 erstmals die Orgel im Güstrower
Dom namentlich benannt worden.
Derzeit gibt es Drese zufolge in Mecklenburg über 600 Orgeln, von denen
etwa die Hälfte aus dem 19. Jahrhundert stammt. Über 100 Orgelbauer
hätten seit dem 13. Jahrhundert in dem Land ihre Spuren hinterlassen. Im
18. Jahrhundert sei Paul Schmidt (um 1716-1798) aus Rostock der bedeutendste
Orgelbauer in Mecklenburg gewesen. Im 19. Jahrhundert sei Friedrich Friese III
(1827-1896) mit mehr als 100 Orgeln zahlenmäßiger Spitzenreiter gewesen.
Das Orgelmuseum in Malchow wurde im Herbst 1997 eröffnet und zählte
in diesem Jahr wieder knapp 27 000 Besucher. Träger ist der Verein „Kultur-
und Sportring Malchow“. Die von Drese erarbeitete neue Dauerausstellung
wurde mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern, des Müritz-Kreises,
der Jost-Reinhold-Stiftung und des Orgelmuseum-Trägervereins finanziert.
Text und Foto: Marion Wulf-Nixdorf
aus Mecklenburgische & Pommersche Kirchenzeitung Nr.2/2006
Hier finden Sie u.a. ein Verzeichnis aller in Mecklenburg befindlichen - auch
unspielbaren - Orgeln mit Ausnahme der von außerhalb Mecklenburgs in das
Orgelmuseum gekommenen Orgeln | Stand 2009.
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